F3 10-2014 Zwei mal Napoli bitte

Wer „zwei mal Napoli, bitte“ hört denkt gerne mal an ein vertrautes Spaghetti Essen mit Freund oder Freundin. Den F3 haben aber andere gewonnen. Uli’s (also der von YB, nicht der im Knast) Lieblingsclub war nämlich in der Hauptstadt zu Gast und hat verloren – doppelt.

Zuerst ging der Fusiball Mätsch gegen die Jungen Buben mit 0:2 verloren, dann vergassen die Süditaliener auch noch zwei Spieler in Bern. Sie hatten es halt eilig wegen dem Nachtflugverbot. Damit sie noch rechtzeitig im Jet gegen Süden düsen konnten. übrigens: die zwei Schütteler waren in der Doping Kontrolle…

Fussballtrainer müssen ihrem Berufsbild wegen immer etwas aus einem Spiel mitnehmen. Für YB sind es drei Punkte, für Napoli fast alle Spieler.

Eine schöne Frau im Stress

Die Chefin des Mega-Events ist unter starken Druck geraten. Der BLC fasst zusammen

Athen 2004: IOC schlägt Alarm

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schlägt Alarm. Die Bauten für die Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen werden nicht rechtzeitig beendet. Es droht ein Chaos.

Rund 1000 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele 2004 in Athen sind in der griechischen Hauptstadt zwei als vertraulich eingestufte Briefe an das Athener Organisationskomitee (ATHOC) und die griechische Regierung bekannt geworden. Darin weist das IOC schonungslos auf Mängel und Versäumnisse hin. „Die Situation ist sehr gespannt“, heisst es in einem der von der Athener Zeitung „Kathimerini“
veröffentlichten Schreiben von Denis Oswald, dem Schweizer Chef des IOC-Koordinationskomitees.

Die Zeitung veröffentlichte darüber hinaus zwei Situationsberichte des IOC vom September dieses Jahres, auf denen es von „gelben“ und
„roten Karten“, die einzelnen Wettkampfanlagen zugeordnet werden, nur so wimmelt. Auf „rot“ stehen unter anderen die Anlagen für
Tennis, Reiten, Tischtennis und Turnen. „Gelbe Karten“ zeigte das IOC den Griechen für die Anlagen für Ringen, Judo, Modernen Fünfkampf, Badminton, Schwimmen, Rad, Taekwondo, Handball, Boxen und Beachvolleyball. Auf „gelb“ stehen Wettkampfstätten für Kanu, Rudern und Segeln.

Für all diese Sportarten bestehe die Gefahr, dass die Testwettbewerbe zu spät oder gar nicht stattfinden können. Zahlreiche Anlagen könnten nur noch im Schnellverfahren und als Fertigbau bereitgestellt werden.

Darüber hinaus droht eine Verdreifachung des Olympiabudgets. Dies könnte die wirtschaftliche Stabilität des Landes in Gefahr bringen, berichtete die Zeitung.

Dramatisch sei die Situation bei den Quartieren für Athleten, Journalisten, Offizielle und Zuschauer. Nur drei Prozent des Olympischen Dorfes sind bisher gebaut. Die Pläne für die Unterbringung der Journalisten würden fast jede Woche geändert. Die Hotels für Zuschauer seien noch nicht gebucht. Die Zimmer für die offiziellen Besucher reichten nicht aus. Einen Plan für den Verkauf von Eintrittskarten gebe es noch nicht.

Gerüchte, wonach ATHOC-Chefin Gianna Angelopoulos-Daskalaki kurz vor dem Rücktritt stehe, wurden von der Regierung dementiert. „Kathimerini“ berichtete jedoch, dass die Regierung unter Ministerpräsident Kostas Simitis das „Sydney-Modell“ übernehmen wolle. Demnach solle ein Olympia-Minister berufen werden, der sich ausschliesslich mit den Vorbereitungen auf die Spiele
2004 zu beschäftigen habe.

In diesem Fall würde Gianna Angelopoulos- Daskalaki nichts anderes übrig bleiben, als zurückzutreten, folgert das Blatt. Mit Spannung erwartet man nun in Athen den für den 22. und 23. November vorgesehenen nächsten Besuch der Koordinierungskommission.

CV (in Englisch)

angelopoulos

Gianna Angelopoulos – Daskalaki was born in 1955. She studied Law at the Aristotelian University of Thessaloniki. She actively pursued a political career; in 1986 she was elected Councillor in the Municipality of Athens. She was elected Member of Parliament in the Athens first Region Constituency for the New Democracy Party two times: in November 1989 and in April 1990.

In 1990 she resigned as a Member of Parliament after her marriage to businessman Theodore Angelopoulos. Since then she has been actively involved in the shipping business. She is a member of the Athens Bar Association. In 1994, she was named Vice – Chair of Harvard University’s „John F. Kennedy School of Government“.
In 1996 she was appointed President of the ATHENS 2004 Olympic Games Bid Committee.
In 1998 she was appointed Ambassador at Large by the Greek State.

As of May 2000, she is President of the Organising Committee for the Olympic Games ATHENS 2004.

Gianna Angelopoulos – Daskalaki has three children: two sons and a daughter.

Quellen:
www.tagi.ch
http://www.olympic.org/athens-2004-summer-olympics

BLC-Sports 07-2001: Der wahre König der Tour de France

Klaus Angermann ist der einzige deutsche Radsportreporter mit Kult-Qualitäten.
Eine Würdigung von Elke Wittich

Nein, vom Rennradfahren halte er in seiner Freizeit überhaupt nichts, bekannte der Eurosport-Kommentator Klaus Angermann kürzlich während des Giro d’Italia. Er setze sich lieber auf sein Mountainbike und fahre hinaus in die Natur. „Dort genieße ich eine schöne Schafsherde oder schnuppere im Wald an einem Pilz. Dann ist bei mir der Teufel los.“

angermann_romminger

Klaus Angermann (links) bildet zusammen mit Tony Rominger ein Super-Duo.Für viele TV-Zuschauer ist Angermann der wahre König der Tour de France.

Für Angermann-Fans sind solche Sätze, so unverständlich sie Außenstehenden vielleicht auch vorkommen mögen, der einzige Grund, internationale Radsportereignisse auf dem Spartensender zu verfolgen. Denn während die Öffentlich-Rechtlichen während des Giro und der Tour de France neben der Kommentierung der Geschehnisse Volksbildung als ihre Hauptaufgabe ansehen und das Publikum mit ihrem Baedecker-Wissen über Kirchen, Ruinen und Agrikultur langweilen, gibt es auf Eurosport seit 1988 Informationen plus freies Assoziieren mit Angermann.

Das heißt, es geht um wunderschöne Sätze. Was jeder beliebige Reporter einfach nur als Ruhetag ankündigen würde, gerät Klaus Angermann zu einer ebenso kurzen wie prägnanten Beschreibung:
„Morgen ist der Tag des Waschens.“ Auch den möglicherweise falschen Eindrücken seines Publikums schon im Ansatz entgegenzuwirken, ist für den Radsportreporter sehr wichtig: „Das ist nicht etwa ein Geschwür bei Belohvosciks – er bringt den Helm nach vorn.“

Seit 1965 ist Klaus Angermann nun in jedem Jahr bei der Tour de France dabei, zunächst für das ZDF, nun für Eurosport, und dass er mit ihr alt geworden ist, merkt der mittlerweile 62jährige sehr wohl. Manchmal entladen sich die Probleme des Alterns dann in einem Stoßseufzer, wie damals, als er bei einer Siegerehrung bemerkte: „Die Jungfrauen der Ehre werden auch immer jünger.“

Nicht jeder kann solche Sätze offenbar gebührend schätzen. Ein „infernales Duo der TV-Kommentierung“ bildeten Klaus Angermann und sein Kompagnon, der ehemalige Radprofi Tony Rominger, bemerkte einmal die Sonntagszeitung in einem ziemlich kläglichen Versuch, süffisant
zu sein. Dabei füllen die beiden ihre Sendezeit hauptsächlich mit Hintergrundinformationen, und eben mit Anekdoten.

Angermanns Geschichten rund um die Radsportklassiker haben gegenüber den öffentlich-rechtlichen Erzählungen den unschätzbaren Vorteil, dass er sie fast alle selbst erlebt hat. Und die Großen der Sportart kennt er fast alle noch persönlich.

So kann sich Angermann sehr ausführlich darüber freuen, wenn er den ehemaligen norwegischen Star Dag Lauritzen in der benachbarten Kommentatorenkabine entdeckt, und manchmal überlässt er in solchen Fällen durchaus Rominger für eine Weile das Mikro, um den alten Freund herüberzuholen. Ob der will oder nicht.

Aber meistens wollen sie wohl, denn Angermann ist ein sehr freundlicher und höflicher Mensch, der niemandem etwas Böses will. Und der sogar, wenn er im Überschwang Tony Rominger einmal unterbricht, dies seinem Publikum sogleich erklärt: „Es ist das Temperament, dass wir uns ins Wort fallen; wir sind nicht unhöflich.“

Vor zwei Jahren schenkte ihm Bernard Hinault während der Tour sogar ein Rennrad, „für meinen deutschen Freund Klaus“, las Angermann gerührt vor. Wenn er jedoch eines nicht leiden kann, dann sind das Sportler, die sich nicht restlos verausgaben. Denn er gibt schließlich auch jeden Tag sein Bestes. „Du sprichst von vier Führenden, doch der eine betreibt Sabotage“, kann er sich z.B. über solche Radler ärgern, die sich von den anderen nur mitziehen lassen und selbst nichts zur Führungsarbeit beitragen.

Mindestens genauso verabscheut Angermann das Doping, genauer gesagt: Dopinggerüchte. Am liebsten würde er sie gar nicht erwähnen, aber er kennt seine Chronistenpflicht und beginnt meistens doch zu erzählen, sehr, sehr vorsichtig und immer mit dem Hinweis, dass auch für
Sportler die Unschuldsvermutung gelte. „Ich bin auch einer vielleicht der letzten Unverbesserlichen, die da noch an eine gewisse Ehrlichkeit im Sport, nicht nur im Radsport glauben.“

Angermann glaubt auch ganz fest daran, dass alle Nationen gut miteinander leben könnten, wenn sie sich nur ein kleines bisschen Mühe gäben. „Ich bekomme gerade eine Flasche Wasser hereingereicht, von meinem französischen Kollegen. Ja, das ist Völkerfreundschaft, so
funktioniert sie!“ kann er sich selbst über kleine Gesten freuen. Oder darüber, dass im Hotel de Gare, „seit dreißig Jahren unser kleines bescheidenes, aber doch so familiäres Zuhause“, von Anfang an internationaler Betrieb herrschte: „Da sahen wir viele, viele Zuschauer aus aller Herren Länder, es fehlten nur die Eskimos, eigentlich.“

Im Radsport „spielen jedoch so viele Rollen einen Faktor, dass es fast manchmal unmöglich ist, zu sagen, was wirklich geschieht“, und das kann sogar den ausgesprochenen Fachmann hin und wieder verwirren. „Aber ich glaube Armstrong ist alleine, Tony?“ „Nein, er hat unmittelbar vor sich entweder Livingston oder Hamilton.“ „Dann hab ich ’ne leichte Farbstörung, aber das kann natürlich passieren nach fünf Stunden Live-Übertragung.“

Angermann steht schließlich zu seinen Fehlern, und kann gut damit leben, wenn er hin und wieder mal verbessert wird: „Und Udo Bölts, der deutsche Meister kommt ins Ziel.“ Rominger: „Nein, das ist Dierckxsens!“ Angermann: „Ach, der belgische Meister, die Farben sind nur verkehrt herum.“

Und wo es so viele Namen und so viele Gesichter zu behalten gilt, da kann man sich nicht immer auch noch alle Fakten merken. Meistens gelingt es in solchen Fällen Tony Rominger, noch rechtzeitig einzugreifen. Wie vor zwei Jahren während der Tour de France: Guerini überquerte als Erster die Ziellinie, was Angermann den Aufschrei entlockte: „Und nun gewinnt schon wieder ein Holländer!“ „Aber Klaus, Guerini ist doch Italiener …“ wandte der Co-Kommentator ein, Angermann antwortete, nach einer längeren Pause: „Danke, Tony, dass du mich gestoppt hast.“

Manchmal jedoch kann selbst „der Tony“ nichts mehr ausrichten. Dann scheint Angermann so geistesabwesend, so außer sich zu sein, dass nichts mehr zu ihm durchdringt. „Ach Tony, du meinst, dass Once seine Führungsposition beibehalten will im Mannschaftsklassement?“ sagt er dann zum Beispiel.

Romingers Antwort ist ebenso kurz wie präzise: „Nein, Banesto führt.“ Nur wenig später hat Klaus Angermann diese Information offensichtlich schon wieder vergessen, er teilt den staunenden Zuschauern plötzlich aufgeregt mit: „Die Mannschaft Once macht im Feld das Tempo, um ihre Führungsposition im Mannschaftsklassement beizubehalten.“

In seiner gelegentlich auftretenden Bockigkeit gegenüber Tatsachen wird Angermann nur noch vom ehemaligen Radprofi Rudi Altig übertroffen, der in seinen gelegentlichen Live-Kommentaren selbst dann noch Recht zu haben versucht, wenn alle Fakten gegen ihn sprechen: „Cipollini geht nach vorne, will er etwa heute schon wieder gewinnen?“ Ein Kollege antwortet: „Aber Rudi, er hat doch gestern gar nicht gewonnen!“ Altig, sehr trotzig: „Naja, aber er hat’s versucht, oder?“

Im Gegensatz zu Altig und den meisten seiner Kollegen, die sich ausschließlich für eine einzige Sportart interessieren, ist Angermann aber kein Fachidiot. Seine besondere Liebe gilt, so hat er selbst einmal gesagt, „allen Disziplinen, die mit einem ‚R‘ anfangen“. Neben Radfahren sind das im Großen und Ganzen noch Rudern und Ringen.

Manche Fans allerdings schwärmen noch heute von den selbstgestrickten roten Ohrwärmern und Fausthandschuhen, die Angermann bei jedem Siegerinterview mit dem Rodler Georg „Schorsch“ Hackl trug. Und natürlich von Sätzen wie diesem: „Dritter ist er auf jeden Fall. Nein, das kann ich nicht sagen, das kann ich nicht sagen.“

Er wird es aber weiter sagen können, seine Fans, die mittlerweile Angermanns Namen neben denen der Radsportstars auf den Straßen der Tour de France verewigen, dürfen sich auf weitere vergnügliche Jahre mit ihrem Idol freuen. Eurosport hat sich zumindest die Rechte an der Tour bis zum Jahr 2004 gesichert. Und die ist ohne Klaus Angermann einfach nicht vorstellbar.

BLC-Sports 06-2001: EPO! –> EPO?

Die meisten von uns kennen es, dieses Wort: EPO
Wir alle finden es schlimm, wenn die grossen Rundfahrten im Radsport durch Dopingfälle (u.a. durch EPO) zur Lachnummer werden.
Die halbe finnische Langlauf-Nationalmannschaft musste wegen Missbrauch zurücktreten.

ABER:

Wer weiss schon, was EPO ist?
Wer weiss, wie EPO einem Sportler hilft?
Wer hat schon von EPO im Fussball gehört?

Einführung:
Seit vielen Jahren wird im internationalen Hochleistungssport das verbotene Dopingmittel Erythropoietin (EPO) verwendet. Mit dem Dopingskandal bei der Tour de France `98 wurde zum ersten Mal das Ausmaß von EPO-Doping sichtbar.
Bald wurde bekannt, dass auch in anderen Ausdauersportarten wie z.B. der Leichtathletik oder dem Schwimmen mit EPO gedopt wird. In Italien beschäftigt sich seit Ende 1999 die Staatsanwaltschaft mit der Aufklärung des „Falles Conconi“, der bislang als der bedeutendste nationale EPO-Skandal angesehen werden kann.
Wissenschaftler forschen intensiv nach EPO-Nachweisverfahren. Als Zwischenlösung könnten freiwillige Bluttests gelten, um individuelle Profile des körpereigenen Erythropoietin (EPO) zu erstellen.

Steckbrief: Erythropoietin
„Das Hormon Erythropoietin wird in den Nieren gebildet und wandert von dort in die Milz und ins Knochenmark, wo es die Produktion roter Blutkörperchen anregt. Mit der Zahl dieser Zellen wächst die Fähigkeit, Sauerstoff von der Lunge in die verschiedenen Gewebe des Körpers zu transportieren- und damit auch das Leistungsvermögen. Während bei gesunden Menschen täglich etwa 200 Milliarden rote Blutzellen neu gebildet werden, müssen besonders Nierenkranke mit einem Bruchteil dieser Zellen auskommen. Ständige Müdigkeit, Leistungsschwäche und Antriebslosigkeit sind die Folgen.
Schon lange bevor Erythropoietin (Epo) als Dopingmittel für Radfahrer in die Schlagzeilen geriet, hat das gentechnisch hergestellte Eiweiß weltweit die Lebensqualität hunderttausender von Dialysepatienten enorm verbessert. Weltweit erhalten etwa 350 000 Menschen regelmäßige Epo-Injektionen und viele, die zuvor ans Haus gefesselt waren, konnten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Außerdem erspart das Medikament 98 Prozent dieser Patienten die Bluttransfusionen, die in der Vergangenheit trotz aller Vorsichtsmaßnahmen
immer wieder zu Infektionen führten – beispielsweise durch Hepatitis-Viren.

Menschen, die vor einer größeren Operation das Infektionsrisiko durch eine Transfusion mit fremdem Blut vermeiden wollen, wird heute in vielen Kliniken die Möglichkeit der Eigenblutspende geboten: Wenige Tage vor dem Eingriff erhalten sie dann eine Spritze mit Epo, was die Ausbeute der „Bluternte“ deutlich verbessert. Bei der Operation kann dann auf die eigenen Konserven zurückgegriffen
werden. Bei einigen Zeugen Jehovas erlaubte Epo lebensrettende Eingriffe, die sonst wegen der Ablehnung von Transfusionen aus religiösen Gründen nicht möglich gewesen wären.“ (Michael Simm)

„Das Hormon Erythropoetin (EPO) steuert die Proliferation und Differenzierung der erythropoetischen Vorläuferzellen. Es ist relativ hitze- und pH-unempfindlich und wird überwiegend in den den Nieren und in geringem Maße in der Leber gebildet. Bei akutem Blutverlust oder Abfall des arteriellen O2-Druckes steigt die EPO-Aktivität im Blut innerhalb weniger Stunden an und erreicht nach 1-3 Tagen einen Maximalwert. Auch bei Fortdauer des hypoxischen Reizes nimmt die EPO-Aktivität in der Regel wieder ab. Daher können mäßig
erhöhte Werte bei chronischer Anämie oder Hypoxie nicht sicher mit Spitzenwerten bei akuter Hypoxie verglichen werden. Da die EPO-Synthese tagesrhythmischen Schwankungen, mit einem Maximum um Mitternacht und einem Minimum in den Morgenstunden, unterworfen ist empfehlen sich für Verlaufskontrollen feste Entnahmezeiten.
Während der Schwangerschaft steigt der EPO-Spiegel auf das 3-4-fache an. Eine Alters- oder Geschlechtsabhängigkeit sowie zyklusbedingte Schwankungen wurden dagegen nicht beschrieben.“ Dr. med. Claus Fenner

EPO – Doping im Radsport
Ich bin überzeugt, dass einige Radsportler verbotene Substanzen nehmen. Ich habe dies in meiner eigenen Karriere schon erlebt. Ich musste teilweise das Zimmer mit Fahrer teilen welche ihren Körper richtiggehend ruinierten. Ich bin aber überzeugt, dass gute Leistungen ohne Doping möglich sind. Während meiner Sport-Karriere kann ich mit gutem Gewissen behaupten, nie verbotene Substanzen genommen zu haben. In diesem Zusammenhang ist es für nicht Spitzensportler wichtig zu wissen, dass Radsportler sehr wohl wissen was
Doping ist, die Wirkung und Nebenwirkung der fraglichen Produkte meistens seriös abklären und verbotene Substanzen mit grosser fachlicher Kompetenz erkennen. Dies ist wichtig um überhaupt seriös Spitzensport zu betreiben.

Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht alleine bei den Fahrern, sondern auch bei den Verantwortlichen sowohl auf der Seite der Verbände, als auch bei den Organisatoren.

Das zur Zeit brennendste Thema ist das EPO. Es gibt einige Leute welche kein EPO brauchen und trotzdem relativ hohe Hämatokit Werte besitzen. Solche Fahrer sind aber in der Minderheit, sie brauchen kein EPO, sie haben eine erhöhe Ausdauerleistungsfähigkeit und sind gegenüber normalen Rennfahrern bevorteilt. Dass die demnach benachteiligten zu Möglichkeiten greifen, welche Ihre Leistung an diese Fahrer angleichen ist verständlich. Die Reglemente müssten aber gerechter sein. Wenn Hämatokrit -Werte als Grenzwerte vorgegeben werden (bei den Herren 50%) hat man bei einer Rundfahrt mit einem Wert von 40% keine Chance. Wenn aber während der Rundfahrt von 3 Wochen nicht mit Mitteln nachgeholfen wird, so ist bedingt durch die Intensive Leistung gegen Ende einer 3-wöchigen Rundfahrt der Wert automatisch ca. 10 Punkte tiefer, auch bei den von Natur aus bevorteilten. Die Reglemente (verlangen) begrenzen aber immer 50%. Einen Dopingmissbrauch durch EPO konnte in der Vergangenheit nur bei den Dummen nachweisen welche sich erwischen liessen. Fahrer welche nicht mit höheren Werten als zulässig erwischt werden sind nur durch aufwendige (nicht übliche) Untersuchungen zu überführen. Ich persönlich erachte es als Unsinn EPO als Produktespezifikation in der Dopingliste zu führen, ohne die geeignete Nachweismethode zu besitzen. Es ist aber sicher sinnvoll den Hämatokrit -Wert zu begrenzen. Dies dient im besonderen der Gesundheit der Fahrer, und beugt anderen noch viel dümmeren und unethischeren Massnahmen vor. Es gibt durchaus denkbare Möglichkeiten die roten Blutkörperchen
mit anderen Massnahmen als durch EPO spritzen zu erhöhen. Leider sind wie eingangs erwähnt die Verantwortlichen schneller bereit, Sanktionen zu ergreifen, als gerechte Reglemente auszuarbeiten und durchzusetzen. Fairen Sport heisst nämlich auch, dass alle gleich behandelt werden. In den Dopinglisten ist auch Koffein als Produkt enthalten. Damit dies Sinn macht wurde ein Grenzwert angegeben. Das bedeutet einen Kaffee darf man trinken ohne sanktioniert zu werden.
Als anfangs 1998 im Radsport die Hämatokritwerte begrenzt wurden, weilman EPO bis dahin nicht nachweisen konnte, so wurde dies bei den Spitzenfahrern als faktische Legalisierung des EPO verstanden. Hier haben es die Verantwortlichen klar versäumt auf die effektiven Tatsachen hinzuweisen.

Ungeachtet der Problematik haben Dopingkontrollen ihren Sinn, da sie durch die damit verbundene Diskussion auf die begrenzte Wirksamkeit der einzelnen Substanzen aufmerksam machen und damit verdeutlichen, dass individuelle Höchstleistungen
letztlich doch nur durch eine entsprechende Trainingsarbeit und nicht durch die Einnahme einer vermeintlichen „Wunderdroge“ erreicht werden können.

Das Dopingverbot wie wir es heute kennen versucht den ethischen Grundsätzen, sportpsychologischen- und sportpädagogische Argumenten gerecht zu werden.Die wichtigste Grundlage des Dopingverbotes liegt aus sportmedizinischer Sicht sicher in der potentiellen Gefährdung der Gesundheit der Sportler.

Um Glaubwürdig zu bleiben müssen also zukünftige Verbote oder Gesetze welche das Doping betreffen auf diese Argumente Rücksicht nehmen.
Das EPO Problem ist nur ein Punkt in dieser Geschichte. Gerade in Hinblick auf die Gefährdung der Gesundheit müssen kompetente Leute mit dieser Aufgabe betraut werden, denn was in der letzten Zeit für falsche Aussagen auf diesem Gebiet gemacht wurden, lässt an der Glaubwürdigkeit von Ärzten zweifeln. Gerade diese Berufsgruppe müsste sich aber um die gesamte Problematik bemühen, den sie sind die wahren Sünder in der Vergangenheit. Dass die Justiz in Frankreich Ihre Gesetze durchsetzt ist richtig. Aber sind Gesetze sinnvoll, wenn nicht alle gleichzeitig kontrolliert werden? Müssten nach diesen Gesetzen nicht auch in gewissen Chefetagen Kontrollen durchgeführt werden? Sind die Apotheker welche Dopingmittel (rezeptfreie Produkte) verkaufen nicht Doping-Händler ? Doping ist nicht ein Wort welches nur im Sport Verwendung findet! Jeder Mensch welcher Doping nimmt ist gedopt!

Was die Gesetzgebung anbelangt muss man sich in der heutigen Gesellschaft die Frage stellen „Was wollen wir eigentlich“ Gerechtigkeit, Fairness und Ethik sollten die Eckpfeiler der Gesetze sein. Aber diese Schlüsselworte werden von allen Menschen anders Interpretiert. Medikamente dürfen aus ethischen Überlegungen nur aus Medizinisch indizierten Gründen verabreicht werden. Müsste man demnach alle Ärzte welche Schönheitsoperationen oder prophylaktische Massnahmen treffen oder Forschung betreiben einsperren?
Konsequenterweise schon, denn Sportärzte welche bereit sind Medikamente einzusetzen um die Gesundheit eines Sportlers zu erhalten sind in den Augen der Dopinggesetze, und der Öffentlichkeit Verbrecher und werden in Frankreich eingesperrt. Wo hier Ethisch richtige Ansätze sind, welche vom Fairness-Prinzip gestützt werden, lässt sich einfach sagen. Mit Sicherheit können die oberflächlichen Presse-Berichte im Juli 1998 nicht zu einem solchen Ansatz beitragen. Eine Kommission aus Personen welche mit der Problematik vertraut
sind, würde sicher Lösungen erbringen, welche dem Sport das Ansehen zurück bringt. Eine solche Kommission müsste aber auch dem Gleichberechtigungs-Prinzip folgend wirtschaftliche Zusammenhänge berühren und dies dürfte den Politikern sicher missfallen, wenn man dabei an die Wettbewerbsgesetze denkt.Aus diesem Grund stellt sich wieder einmal die Forderung, dass die Sportinteressierten
eine stärkere Lobby in der Politik haben müssten, um wirkliche Veränderungen durchzusetzen.
Daniel Müller, im Juli 1998

EPO im Fussballsport?!
Den Gebrauch von EPO im Fussball kann sich (Wilfried Kindermann) … dagegen nicht vorstellen (FAZ, 26.7.99). Dessen Anwendung wäre nicht so wirkungsvoll, weil im Fussballsport die Leistungsanforderungen viel komplexer sind. Im Radsport macht Ausdauer vielleicht 95 Prozent der Leistung aus, bei einem Fussballer ist sie nur einer von mehreren Faktoren (FAZ, 26.7.99). Der belgische Mediziner Michel D’Hooge warnt zwar wie Wilfried Kindermann vor zu vielen Terminen der Nationalspieler und vertritt zudem die Auffassung, dass Doping im Fussball noch kein über die Maßen gravierendes Problem sei (FAZ, 28.9.99).
Aber: Der immer wieder gern gepflegten Vermutung, Doping bringe im Fussball nichts, kann D`Hooge gar nichts abgewinnen. Er ist davon überzeugt, ohne es beweisen zu können, dass es auch in seinem Sport genügend Epo-Konsumenten gebe (FAZ, 26.9.99).

Bezüglich des Einsatzes von Erythropoietin (EPO) in einigen Ausdauersportarten machte der französische Arzt Gérard Dine in einem Gespräch mit „Le Monde“ eine bemerkenswerte Aussage: … seit 1995 seien in den Ausdauersporten wie Skilanglauf, Radsport und Langstreckenlauf alle internationalen Spitzenleistungen nur noch mit dem Gebrauch von EPO erklärbar (FAZ, 11.5.99).
Dieter Baumannn schreibt in seinem Beitrag für die STZ (18. 11.98): „Für Epo gibt es keine Kontrolle, und damit stehen alle Ausdauerathleten unter Verdacht.“

Andreas Breidbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln (Leiter.* Wilhelm Schänzer) wird in der FAZ (8.5.99) zitiert: „Es wäre hilfreich, wenn man den Leuten, die (verbotenerweise) EPO gebrauchen, wenigstens ein schlechtes Gefühl geben könnte.“ Zudem hält er „die derzeitigen Testverfahren auf der Basis des Hämatokritwertes … wie sie vom internationalen Radsportverband sowie im Skilanglauf und im Biathlon praktiziert werden … für ungeeignet, um den Missbrauch (von) EPO nachzuweisen (FAZ1 8.5.99). Hämoglobin wäre besser sagte … (Olympiaarzt) Joseph Keul. „Es ist leichter zu messen und verändert sich nicht im Teströhrchen (FAZ, 8.5.99). Dahingehend äußert sich auch der französische Sportarzt Gérard Guillaume in „Le Monde“; (24.7.99): Der Hämatokritwert ist nur ein Parameter, …“. „Man könnte auch den Hämoglobinwert angeben. Das ist interessant, selbst wenn die Schwankungen nicht so signifikant sind“.
A. Donati teilt in einem Interview mit dem „Spiegel“ (24. 1.2000) mit: „Statt nur den Hämatokritwert zu messen, werten wir in Italien
jetzt fünf Parameter der Blutproben aus“.

QUELLEN:
www.leistungssport.com
und http://www.tu-bs.de

Nachfolgend zum Download das Doping-Tagebuch des Radfahrers Tyler Hamilton, welches beschlagnahmt wurde. (aus der NZZ am Sonntag vom 27. August 2006)

Doping-Tagebuch Tyler Hamiltion

BLC-Sports 04-2001: Anna Kournikova (Special)

Biographie Anna Kournikova – Gut, oder nur schön?

Anna Kournikova wurde am 7. Juni 1981 in Moskau (Russland) geboren. Bereits mit 5 Jahren machte sie ihre ersten Schläge mit den Tennis-Saiten. Anna’s Fähigkeiten wurden schnell entdeckt und so kam sie mit 7 Jahren begleitet von ihrer Mutter Alla an die Nick Bollettieri’s Tennis Academy (Florida,
USA), wo sie für die Weltrangliste fit gemacht wurde. Bolletieri hat übrigens auch Andre Agassi zum Weltklassespieler gemacht. Erst 1997 zog Kournikova nach Miami und und fand Trainer Pavel Slozil.

anna1

Schon mit jungen Jahren konnte sie mit starkem Tennis überzeugen.
Mit 14 Jahren gewann sie im Federation Cup für ihr Land und stellte zudem den Rekord als jüngste Spielerin in einem Länderspiel auf. 1995 schloss sie bei den Junioren als die weibliche Nummer 1 ab. Bereits ein Jahr später war sie eine Profispielerin und nahm bei den US Open teil, ihrem ersten Grand Slam Turnier. Den ersten Titel als Professionelle gewann sie ein Jahr darauf bei den Women’s Circuit satellite event in Midland (Michigan, USA).

 

anna2

Den Einzug in die TOP 10 schaffte sie zum ersten Mal 1998, als sie einen langen Sieges-zug antrat und selbst die damalige Nummer 1 Martina Hingis schlug. Die darauffolgende Zeit war gemischt. Mit mittleren bis sehr guten Ergebnissen schlug sie sich durch das Feld. So konnte sie an der Seite von ihrer neuen Doppelpartnerin Martina Hingis die Doubles Championships für sich entscheiden und so den ersten Grand Slam Titel bei den Australian Open holen.

Facts
Name: Anna Kournikova
Geburtstag: 7. Juni 1981
Geburtsort: Moskau (Russland)
Größe: ca. 1.70m
Gewicht: ca. 51 kg
Augenfarbe: blau
Haarfarbe: blond
Wohnort: Bradenton (Florida)
Mutter: Alla
Vater: Sergei
alter Coach: Nick Bollettieri
neuer Coach: Pavel Slozil
Profi seit: Oktober 1995
spielt: rechtshändig
Hobbies: Lesen, Musik, TV

anna3

BLC-Sports 02-2001: Torball – Die wahre Leistung

Was ist Torball?
Torball ist ein Spiel für blinde und sehbehinderte Männer und Frauen. Es wird von zwei Mannschaften mit je drei Spielern auf dem Boden von Sporthallen gespielt. Auf jeder Schmalseite eines rechteckigen Spielfeldes wird ein Tor errichtet. Es wird ein Klingelball verwendet, der während des Spieles unterhalb von drei über das Spielfeld gespannten Leinen hindurch geworfen werden muss.

So sieht es aus – Torball: Das Video

Ziel des Spieles ist es, den Ball so zu werfen, dass er die gegnerische Torlinie überquert, während die andere Mannschaft dies zu verhindern sucht. Im nächsten Spielzug übernimmt die verteidigende Mannschaft das Angriffsspiel und die vorherigen Angreifer verteidigen ihr Tor.

Das Spielfeld
Das Spielfeld bildet ein Rechteck mit einer Länge von 16 m und einer Breite von 7 m. Die Begrenzungslinien müssen 4 bis 6 cm breit sein. Messungen müssen von den äusseren Kanten der Linien vorgenommen werden.
Das Spielfeld wird durch eine Mittellinie in zwei Hälften von je 8 mal 7 m geteilt.

Tore:
Die Tore nehmen die gesamte Breite des Spielfeldes (Länge der Grundlinie) ein. Die Grundlinie ist gleichzeitig die Torlinie, daher muss ihre Farbe einen deutlichen Kontrast zum Hallenboden bilden.
Die Torpfosten dürfen nicht mehr als 10 cm in der Diagonale messen und müssen ausserhalb des Spielfeldes so errichtet werden, dass sie die Seitenlinie und die äussere Kante der Torlinie berühren.
Das Tor ist 1,30 m hoch (Unterkante der Querlatte) mit einer tolerierten Abweichung von bis zu 2 cm an den Rändern. Das Tor muss in jeder Höhe eine Tiefe von mindestens 25 cm aufweisen.
Alle Teile der Tore (Pfosten, Querlatte, Stützen etc.) müssen auf so eine Art konstruiert sein, dass für die Spieler keine Gefahr einer Verletzung besteht.

Mannschaftsraum:
Der Mannschaftsraum erstreckt sich von der Torlinie bis zur ersten Leine. Er ist 7 m breit und 6 m tief.

Orientierungsmatten:
Die Orientierungsmatten sind 2 m lang, 1 m breit und dürfen nicht dicker als 1 cm sein.
In jedem Mannschaftsraum sind drei Matten so aufzulegen, dass ihre Längsseiten parallel zur Torlinie verlaufen. Die Mittelmatte ist 20 cm vor der Torlinie und im gleichen Abstand zu den Seitenlinien zu platzieren. Die beiden Seitenmatten sind so aufzulegen, dass ihre rückwärtigen Kanten mit der vorderen Kante der Mittelmatte eine Linie bildet. Die Schmalseite der Seitenmatten muss
in einer Linie mit der äusseren Kante der Begrenzungslinie liegen. Alle Matten müssen sicher und zuverlässig so befestigt werden, dass sie nicht wegrutschen können.

Penaltylinie:
Die Penaltylinie ist jene Linie, die die Vorderkanten der beiden Seitenmatten miteinander verbindet. Ihre Farbe muss einen deutlichen Kontrast zum Hallenboden bilden.

Neutrale Zone:
Die neutrale Zone ist die verbleibende Fläche zwischen den beiden Mannschaftsräumen. Sie ist 4 m tief und durch die Mittellinie in zwei Hälften von je 2 mal 7 m unterteilt.

Schmankerl aus dem Reglement:
Unter unsportlichem Verhalten versteht man insbesondere:
Fluchen, Wutausbrüche, obszöne Gebärden, Beleidigung des Schiedsrichters, regelwidriges Betreuen, unerlaubtes Korrigieren der Brille, Beeinträchtigung des Gegners durch Erzeugung unnötiger oder störender Geräusche, offensichtliche Verzögerung des Spieles (auch innerhalb der Acht-Sekundenregel) u.a.m.

Alle Regeln und wichtigen Infos gibt’s unter: www.torball.org

Torball WM 2001 in der Schweiz: 1. bis 5. August 2001

Die Sektion Untersee der Jungen Wirtschaftskammer Schweiz organisiert in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Torballvereinigung STBV und Plusport Behindertensport Schweiz die Torball Weltmeisterschaft im Jahr 2001.
Die Veranstaltung findet unter den Voraussetzungen und den Reglementen der International Blind Sport Federation IBSA statt. Zugelassen sind demnach Nationalteams für Frauen und Männer aus allen Ländern der Welt.

  • Eröffnung: 1. August 2001
  • Vorrundenspiele: 2. bis 3. August 2001
  • Finalspiele: 4. August 2001
  • Abschluss: 5. August 2001
  • Ort: Kreuzlingen / Schweiz
Torbi das offizielle MaskottchenTORBI, off. Maskottchen der WM 2001

Fakten WM
Teilnehmer: 24 Teams (Männer und Frauen), ca. 150 Aktive / 70 Funktionäre
Herkunft: Europa (17), Afrika (2), Amerika (5)
Sporthalle: Egelsee, Kreuzlingen
Unterkunft: Bodensee Arena, Schule Arenenberg, Hotels
Budget: rund CHF 170’000.-

4 Kontinente sind in Kreuzlingen vertreten! u.a. Turkmenistan, Sambia und Uruguay

Mit attraktiven Kunstkarten der Thurgauer Künstler Eberli und Magnin haben die Organisatoren im Dezember erstmals für Aufsehen gesorgt. Die Karten, deren Erlös der WM zugute kommt, ist auf äusserst positives Echo gestossen. Die Organisatoren realisierten mit dieser Karte eine qualitativ hochstehende Promotion unserer Veranstaltung. Das Zusammenwirken von Kunst, Sport, Behinderung und Wirtschaft verleihte dem Einstieg in die Oeffentlichkeitsarbeit eine besondere Würze.

BLC-Sports 01-2001: Das wichtigste zum Volkssport Hornussen

Was ist eigentlich Hornussen

Hornussen ist ein sportliches Spiel, welches seine Wurzeln in einer uralten Tradition hat. Die Vermutungen gehen sogar soweit, dass unser heutiges Hornussen aus einem antiken Kriegsspiel hervorgegangen sein könnte, in dem es darum ging, eine Stellung gegen anfliegende gegnerische Geschosse zu verteidigen.

Das Hornussen wird abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen ausschliesslich in der Schweiz ausgeübt. Jedoch auch in der Schweiz kennt man diese Sportart nicht in allen Landesteilen. Der Sport ist vor allem in den Regionen Bern, Solothurn, Oberaargau und Emmenthal beheimatet.

hornussenIn den letzten Jahren entwickelte sich das traditionsverbundene Spiel unaufhaltsam zum Sport und bewegte sich in der jüngeren Vergangenheit immer mehr in Richtung Spitzensport.

Eine mannschaftliche Leistung verlangt das Abtun. Hingegen beim Schlagen ist jeder Spieler auf sich selbst angewiesen.
Allein auf sich gestellt versucht der Schlagende mit hoher Konzentrat-ion, den Hornuss möglichst weit ins Ries zu schlagen.
Kraft und Beweglichkeit sowie int-ensives Training sind wichtige Faktoren, um grosse Weiten zu erreichen. Die Schlagweite wird
in Punkten ausgedrückt. Ab 100 Metern (= 1 Punkt) wird pro 10 Meter 1 Punkt dazugerechnet (160 Meter = 6 Punkte;
300 Meter = 20 Punkte usw.). Diese Punktzahl gilt sowohl als persönliches Resultat sowie als Teil des Mannschaftsresultates.
Jeder Spieler schlägt pro Spiel 4 Streich. Alle 4 Streiche ergeben ein Total, welches für eine Einzelrangliste zählt.
Alle Einzelresultate zusammen ergeben das Mannschaftsresultat.

Jeder Hornuss muss von der gegnerischen Mannschaft innerhalb des Spielfeldes mittels der Schindel abgetan werden. Fällt ein Hornuss jedoch trotzdem innerhalb des Spielfeldes, wird eine Nummer notiert. Jene Mannschaft, welche nach Ablauf des Spieles weniger Nummern entgegen nehmen musste, hat, trotz allenfalls niedrigerer Punktzahl beim Schlagen, das Spielfeld als Sieger verlassen.

In jedem Wettkampf müssen alle Spieler 4 Streiche schlagen und die Streiche der gegner-ischen Partei abtun. Der Vorgang läuft ab, indem die Heimmannschaft mit 2 Streichen beginnt und danach je 2 Streiche der gegnerischen Mannschaft abfängt. Dieser Wechsel
wird einmal wiederholt.

Der Hornuss
Um den Hornuss, welcher das Flugobjekt der Sportart ist, dreht sich die ganze Hornusser-welt. Er wird aus Kunststoff im Spritzverfahren hergestellt und ist genau 78 Gramm schwer. In der Breite misst er 32 mm und 62 mm im Durchmesser. Seitlich befindet sich eine grössere Rille. Mit einem Stück Lehm wird der Hornuss zuvorderst auf den Lauf des Bock gesetzt. Das Setzen der Hornusse ist eine Wissenschaft für sich. Je nachdem wird, um eine optimale Flugbahn zu erreichen, beim Setzen des Hornuss sogar auf den Durchmesser des Träf und auf die aktuelle Witterung geachtet. Von einem Spitzenhornusser getroffene Hornusse erreichen eine Anfangsgeschwindigkeit von über 300 km/h.

Das Ries
Die Entwicklung des Hornussens erfordert in der heutigen Zeit Spielfeldlängen von 350 und mehr Metern (also mindestens drei Längen eines Fussballfeldes!). Innerhalb des Spielfeldes, welches unter den Hornussern Ries genannt wird, können Schlagweiten und gefallene Hornusse (Nummern) gewertet werden. Ausserhalb des Rieses und in der Verlängerung wird nur die Schlagweite notiert.

Bei Punkt 1 ist das Ries zurzeit 8 Meter breit. Bei Punkt 18, bei welchem der letzte Mann der abtuenden Mannschaft steht, beträgt die Breite 14 Meter. Das ganze Spielfeld ist also trapezförmig.

Die Schindel
Das wichtigste Hilfsmittel für den Abtuer ist die Schindel, welche auch Schaufel genannt wird. Die Schindel ist ein Brett von etwa 60 x 60 cm verleimtem Eschen- oder Ulmenholz, versehen mit einem Deckfournier aus Pappel oder Weide. Als Griff verwendet man einen Stiel. Heranfliegende Hornusse können mit dieser Einrichtung aufgefangen werden. In letzter Zeit kamen auch Schindeln mit einer Auffangfläche aus Kunststoffmaterialien auf den Markt.

Abtun / Abtuer
Das Auffangen des Hornuss mit der Schindel, bevor dieser zu Boden fällt, wird Abtun genannt. Ein Spieler, der im Ries steht, um die Hornusse abzutun, wird auch Abtuer genannt. Ein Spieler ist in jeder Partie beides, Abtuer und Schläger.

Der Hornuss hat eine Endgeschwindigkeit von ca. 180 km/h (ca. 50 m/s) und trifft mit ungefähr 80 kp (dies meint kilopond und ist einfach verdammt viel Aufpralldruck) auf die Schindel.

Der Bock
Der Bock ist eine Abschlagevorrichtung für den Hornuss und dient gleichzeitig als Führungsschiene für das Träf. Dieser Bock besteht aus zwei symmetrischen Teilen, den sogenannten Läufen aus Stahl oder Chromstahl. Der eine Lauf wird von Linkshändern benutzt, der andere von Rechtshändern. (Anmerkung der Redaktion: Rechtshänder, welche die Schlagtechnik nicht begriffenhaben und wie Linkshänder schlagen, verwenden den gleichen Lauf des Bockes wie die Linkshänder, welche richtig schlagen)

Der Streich
Ein Streich nennt man, den Hornuss wegschlagen. Das Gerät, mit welchem der Schlag auszuführen ist, nennt man Stecken. Aus Aluminium, Fiberglas, Kunststoff und in jüngster Zeit sogar aus Carbonfasern werden diese 2 bis 3 Meter langen Stecken hergestellt.

Die Länge, Spannkraft und das Material des Steckens sowie das Gewicht des Träfs werden der Technik entsprechend dem Schläger ausgewählt.

Das Träf
Das Träf ist aus Buchen- oder Ahornholz und wird in der Herstellung mit ca. 200 Tonnen Druck heiss gepresst. Danach wird die endgültige Form auf einer Drehbank gefertigt. Das Träf wird mit einer speziellen Verbindung am Stecken festgemacht und dient dazu, den Hornuss richtig zu treffen. Hohe Beschleunigung sowie rechtwinkliges Auftreffen sind Voraussetzungen für einen optimalen Schlag.

Die Nummer
Fällt ein Hornuss innerhalb des Spielfeldes ohne eine Berührung einer Schindel, spricht man von einer Nummer für die abtuende Mannschaft. Bei einem Wettkampf gewinnt diejenige Mannschaft, welche die wenigsten Nummern entgegennehmen musste. Bei Nummerngleichheit entscheidet das höhere Mannschaftresultat.

Schweizermeisterschaft 2000 / NLA (Nach der 15. und letzten Runde)

Mannschaft Rangpunkte Nummern Schlagpunkte
1. Bern-Beundenfeld 58 0 19255
2. Zuchwil 58 1 19688
3. Wäseli 49 2 19383
4. Oberönz-Niederönz 46 5 18847
5. Thörigen 44 1 17924
6. Recherwil 43 4 17959
7. Heimiswil-Berg 42 2 17736
8. Biglen-Arni 41 5 18357
9. Schoren 39 2 17343
10. Urtenen 38 6 17631
11. Richigen 37 6 17893
12. Wichtrach 32 3 17027
13. Balzenwil 32 3 17007
14. Zäziwil 32 3 16988
15. Gerlafingen 32 13 17708
16. Höchstetten 25 5 17754

Bern-Beundenfeld ist Schweizer Meister!!

Gerlafingen und Höchstetten steigen ab.

Aufsteiger in die NLA sind Lugenbach-Hornbach und Kriegstetten.